Psoriasis - Schuppenflechte

Was ist Psoriasis?

Die Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine Krankheit, bei der an verschiedenen Stellen des Körpers rote, schuppende, manchmal juckende Stellen auftreten. Das Wort "psora" kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Krätze, wegen der Schuppenbildung und des bei einigen Patienten auftretenden Juckreizes. Bereits 400 Jahre v. Chr. hat Hippokrates eine Hautkrankheit beschrieben, die vermutlich einer Psoriasis entspricht.

Häufigkeit

Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung Mitteleuropas sind von einer Schuppenflechte betroffen. Somit handelt es sich um eine der häufigsten und bedeutsamsten Hautkrankheiten. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten, sie bevorzugt jedoch die mittlere Lebensphase.

Ursachen?

Die Ursachen der Schuppenflechte sind bis heute nur teilweise geklärt. In jedem Fall spielen genetische Faktoren eine erhebliche Rolle. In vielen Fällen braucht es aber so genannte Kofaktoren, die den Ausbruch der Schuppenflechte zusätzlich auslösen oder begünstigen. Hierzu gehören in aller erster Linie Uebergewicht, ein Mangel an Ausdauersport (also weniger als 30 Minuten dreimal wöchentlich), rauchen, Alkoholgenuss, seelische Belastungen, negativer Stress, ungesunde Ernährungsweise sowie die Einnahme einiger Medikamente.

Verbindung mit anderen Krankheiten?

In den letzten Jahren hat die Medizin gelernt, dass die Schuppenflechte nicht nur eine Krankheit ist, die alleine die Haut betrifft, sondern dass sie auch mit anderen Erkrankungen oder krankhaften Zuständen einhergehen und diese fördern kann. So werden bei Menschen mit einer mittelschweren oder schweren Psoriasis häufiger Uebergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes mellitus Typ II, Arterienverkalkungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle gesehen. Inzwischen wird daher das Vorliegen einer mittelschweren oder schweren Psoriasis als zusätzlicher Risikofaktor für die Entwicklung eines Herzinfarktes oder Hirnschlag anerkannt.

Was passiert bei der Psoriasis?

Eine normale Hauterneuerung benötigt etwa vier Wochen, bis die Oberhautzellen von unten bis oben durchgewachsen sind. Bei der Schuppenflechte ist dieser Prozess auf etwa sieben Tage verkürzt. Die Haut wächst also „zu schnell“. Aus diesem Grunde reift die Haut nicht voll aus, hat eine minderwertige Qualität, schuppt, entzündet sich und juckt. Wie diese Störung ganz genau verursacht wird, ist noch nicht bekannt.

Verlaufsformen

Es gibt sehr viele verschiedene Verlaufsformen der Schuppenflechte. Manchmal treten einzelne kleine umschriebene rote schuppende Stellen am Körper auf. „Lieblingsstellen“ der Schuppenflechte sind die Ellenbogen und die Knie, aber auch die Pofalte, die Genitalregion sowie die behaarte Kopfhaut. Etwa bei 2/3 der Patienten bestehen auch veränderte Finger- und Zehennägel im Sinne einer Verdickung, einer Wellenbildung oder der Entwicklung von unter den Nägeln gelegenen verhornten Krümeln. Fünf bis sieben Prozent der Menschen mit einer Schuppenflechte haben darüber hinaus Gelenksentzündungen, die mit der Schuppenflechte im Zusammenhang stehen (Psoriasisarthritis). In einigen wenigen Fällen sind überwiegend die Handflächen und Fusssohlen betroffen. Manchmal bilden sich hierbei kleine Eiterbläschen aus (Pusteln). In einigen wirklich ganz seltenen Einzelfällen kann die Schuppenflechte so ausgeprägt werden, dass die veränderten Stellen zusammenfliessen und praktisch keine gesunde Haut mehr vorhanden ist.

Diagnose?

Die Diagnose einer Psoriasis kann in den meisten Fällen vom Hautarzt aufgrund einer Untersuchung gestellt werden. In Einzelfällen kann die Abgrenzung gegenüber einem Ekzem Schwierigkeiten bereiten. Hin und wieder ist die Entnahme und Untersuchung einer winzigen Gewebeprobe hilfreich.

Therapiemöglichkeiten?

Die Schuppenflechte ist sehr gut behandelbar, jedoch leider nicht definitiv heilbar. Mit anderen Worten – solange behandelt wird, ist alles besser. Wird man nachlässig, blüht die Schuppenflechte auf.

Milde Formen einer Schuppenflechte lassen sich gut mit Salben oder Crèmes behandeln. Alleine die tägliche Verwendung einer rückfettenden Bodylotion verbessert eine bestehende Schuppenflechte, allerdings nur etwas. Besser wirksam sind Salben, die Substanzen enthalten, die den Vitamin D3 ähnlich sind (Vitamin D3-Analoga). Viel besser wirksam sind Präparate, die zusätzlich etwas Cortison enthalten. Allerdings kann hier keine pausenlose Dauertherapie erfolgen, da sonst Nebenwirkungen zu befürchten wären. in vielen Fällen werden in „schlimmen Zeiten“ für einen begrenzten Zeitraum kortisonhaltige Präparate verwendet und in „besseren Zeiten“ Vitamin D3-Analoga oder rückfettende Cremes.

Vor allem für ausgedehntere Fälle einer Schuppenflechte bietet sich eine UVB 311 nm narrow band Lichttherapie an. Diese Behandlung ist bei einer Reihe von Hautärzten in der Praxis verfügbar (auch bei uns). In den ersten Wochen muss man dreimal wöchentlich für einige wenige Minutenin die Beleuchtungskabine. Nach einer Reihe von Wochen langt oftmals eine ein- bis zweimal wöchentliche Behandlung. Die Gesamtbehandlungsdauer richtet sich nach dem Ansprechen und wird gemeinsam entschieden. Oft erstreckt sich ein Behandlungszyklus über drei bis vier Monate. Ein grosser Vorteil dieser Behandlungsform ist, dass sie keine Nebenwirkungen hat ausser den gleichen, die auch die normale Sonne verursacht.

Für mittelschwere oder schwere Psoriasisformen, die auf Salben und eine Lichttherapie nicht ausreichend ansprechen, stehen einer Reihe von anderen Behandlungsoptionen (Tabletten, Spritzen) zur Verfügung. Diese müssen aber aufgrund bestehender Risiken und Nebenwirkungen genau besprochen und Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Hierzu gehören insbesondere Methotrexat sowie verschiedene „Biologica“. Wir behandeln in unserer Praxis veit vielen Jahren eine grössere Zahl von Menschen mit schwerer Schuppenflechte sowohl mit Methotrexat als auch mit Biologica und haben darin viel Erfahrung.

Was sind Biologica?

Biologica sind Medikamente, die zumeist unter die Haut gespritzt werden, und die Antikörper enthalten, welche an Schlüsselstellen des Immunsystems angreifen und die Entzündungsreaktionen unterbrechen, die zur Schuppenflechte führen. Solche Medikamente sind sehr teuer (fünfstellige Frankenbeträge pro Jahr) und werden nur nach vorgängigem Bewilligungsantrag von der Krankenkasse übernommen, wenn nachweislich andere Therapieversuche nicht zum Ziel oder zu erheblichen Nebenwirkungen führten. Da sie im Immunsystem eingreifen, bestehen unter anderem kleine Risiken, dass Infektionskrankheiten schwerer verlaufen könnten und das eventuell auch das Risiko, eine bösartige Erkrankung zu entwickeln, ein kleines bisschen erhöht ist.

Demgegenüber steht der Fakt, dass die Schuppenflechte ja selbst auch ein erhöhtes Risiko mit sich bringt, an eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Erste Daten sprechen dafür, dass dieses erhöhte Risiko durch Biologica wiederum eher günstig beeinflusst werden könnte.

Ebenso begünstigt eine Schuppenflechte die Entwicklung von Depressionen. Längerfristig bestehende Depressionen stellen ebenfalls ein gesundheitliches Risiko dar, abgesehen von der reduzierten Lebensqualität. Eine deutlich gebesserte Haut kann Depressionen oftmals ebenfalls deutlich verbessern.

Klimatherapie

Die Schuppenflechte verbessert sich oftmals erheblich im Sommer, insbesondere bei Ferien am Meer. Am allerbesten ist das dokumentiert für einen Aufenthalt am Toten Meer, vor allem dann, wenn der Aufenthalt fünf Wochen oder länger beträgt. Nicht viele Menschen können sich für einen solchen Zeitrahmen von beruflichen Verpflichtungen befreien. Die Kosten hierfür werden nicht von der Krankenkasse übernommen. In der Wirkung kommt hier der hohe Salzgehalt mit seiner schuppenauflösenden Wirkung und die hohe UV Exposition sowie das beinahe zwangsweise eintretende innerliche "zur Ruhe kommen" bei einem so langen Zeitraum ohne Verpflichtungen zusammen.

Häufige Fragen (FAQs)

Ist Schuppenflechte ansteckend?

Nein. Sie hat auch nichts mit der persönlichen Hygiene einer Person zu tun. Weder durch Berührungen noch durch sexuelle Kontakte ist eine Uebertragung möglich.

Können Narben entstehen?

Zumeist bilden sich die von der Schuppenflechte befallenen Hautstellen narbenfrei zurück. Starkes Kratzen mit tieferen Verletzungen kann jedoch zu Narben führen.

Gibt es psychische Einflüsse auf die Schuppenflechte?

Ja, auf jeden Fall. Es bleibt eine Lebensaufgabe, sein Leben so zu gestalten, dass negativer Stress und eine chronische Ueberlastung möglichst wenig auftreten. Das Erlernen von Entspannungsverfahren kann zusätzlich hilfreich sein.

Was kann ich selber tun, damit meine Schuppenflechte besser wird?

Je nach Ausgangssituation: Abnehmen, aufhören zu rauchen, Minimum dreimal wöchentlich 30 Minuten Ausdauersport treiben, wenig Alkohol, sich gesund und mit viel Gemüse und Vollkornprodukten ernähren, ein möglichst glückliches, entspanntes und sinnerfülltes Leben führen, Therapieratschläge beherzigen.